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HIV & AIDS

Die Statistiken für Deutschland:

Die Zahl der neuen HIV-Infektionen steigt in unserem Land stetig an. Im Jahre 2003 traten 1.827 neue Fäle auf, 2004 bereits 2058. Im letzten Jahr gab es 2600 Neuinfizierungen.

In Deutschland leben rund 49.000 Menschen mit HIV. Man geht davon aus, dass 39.500 Männer davon betroffen sind. Die gröÄŸte Gruppe darunter sind ca. 31.000 Männer, die homosexuelle Kontakte hatten. Hinzu kommen ca. 9.500 Frauen und 300 Kinder.
Die Anzahl der Betroffenen variiert in den einzelnen Bundesländern stark: Zum Beispiel gibt es in Nordrhein-Westfalen 10.500 Betroffene, in Berlin 7100, in Bayern 6800, in Hamburg 3800 in Sachsen 825 und in Thüringen 250.
Seit Beginn der 80er Jahre haben sich deutschlandweit 75.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Rund ein Drittel (26.000) ist daran verstorben. Im Jahre 2005 starben an den Folgen der Krankheit 750 Menschen.
Was passiert nach einer Ansteckung?

Es können Jahre vergehen bis man merkt, dass man sich mit HIV infiziert hat. Manche bemerken die Ansteckung erst, wenn das Vollbild AIDS bereits ausgebrochen ist.
Das Virus schwächt das Immunsystem langsam immer mehr – bis der Körper keine Abwehrkräfte mehr bilden kann. Sogar harmlose Erkrankungen wie Erkätungen werden dann für die Patienten lebensbedrohlich, da sie den Krankheitserregern nichts mehr entgegensetzen können. Durchschnittlich acht bis zehn Jahre kann der Körper das HI-Virus im Zaum halten, bevor AIDS ausbricht. Wie lange man mit dem Vollbild der Immunschwäche Aids überlebt, hängt von den Eigenschaften des Virus und der Qualität der medizinischen Therapie ab. Ohne Medikamente sind es in der Regel noch drei Jahre, aber durch kombinierte antivirale Medikamente lässt sich das individuell aufschieben.
Trotz vieler hoffnungsvoller Forschungs-Ansätze gibt es bisher kein Heilungsmittel. Mit verschiedenen Tabletten-Kombinationen, die genau nach einem strengen Zeitplan lebenslang eingenommen werden müssen, lässt sich der Ausbruch des Vollbildes AIDS und das Sterben hinauszögern.
Eine echte Schutzimpfung, die vorbeugend vor einer Ansteckung schützt, ist in weite Ferne gerückt. Eher ist mit einer Impfung bereits angesteckter Menschen zu rechnen, die das Immunsystem so stärkt, dass man mit der chronischen Infektion selber klarkommt.
So lässt sich eine Ansteckung mit HIV vermeiden:

Nur der kann sich mit HIV infizieren, der ungeschützten sexuellen Kontakt mit einem HIV-Infizierten hatte.
Das Virus ist in den Körperflüssigkeiten Blut, Sperma, Scheidensekret und Muttermilch in übertragungsrelevanten Mengen vorhanden sowie in lymphatischem Gewebe, Hirn- und Nervengewebe und auch in Darmschleimhautzellen nachweisbar.

Körperflüssigkeiten:

Da in den folgenden Flüssigkeiten die Viruskonzentration am gröÄŸten ist, darf kein Sperma, kein Blut und keine Scheidenflüssigkeit auf frische Wunden oder auf die Schleimhäute im Darm, Mund, Auge, in der Scheide, der Harnröhre und auf die Innenseite der Penisvorhaut und die Eichel gelangen.
Die HIV-Konzentration im Speichel, in Tränen, SchweiÄŸ, Urin und Kot ist viel niedriger und kommt als Äœbertragungsweg nicht in Betracht.

Analverkehr:

… hat das höchste sexuelle Ansteckungsrisiko! Die Darmschleimhaut ist leicht verletzbar und kann Viren leicht aufnehmen. Darmschleimhautzellen sind auch Wirtszellen für HIV. Deshalb beim Analverkehr nur extra-starke Qualitätskondome und unbedingt wasserlösliches Gleitmittel verwenden.
Der Passive – besser gesagt der Aufnehmende – trägt das gröÄŸere Risiko, besonders dann wenn in seinen Po ejakuliert wird. Auch der aktive Partner ist gefährdet, da die Harnröhrenschleimhaut, die Innenseite der Vorhaut oder kleine – eventuell unsichtbare -Mini-Verletzungen der Penishaut als Eintrittspforten von HIV in den Körper benutzt werden und so die Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen können.
(Nach einem Risiko-Kontakt unbedingt urinieren und den Penis gründlichst mit Seife waschen. Das kann in Einzelfälen in allerletzter Sekunde eventuell eine Infektion noch verhindern.)
Vaginalverkehr:

Das HI-Virus kann über das Sperma durch Verletzungen der Scheidenwand oder über die Scheidenschleimhaut in die Blutbahn gelangen. Während der Monatsblutung erhöht sich das Ansteckungsrisiko sowohl für die Frau, als auch für den Mann.
Infektiöse Scheidenflüssigkeit oder Menstruationsblut können durch winzige Hautrisse am Penis, durch die Harnröhrenschleimhaut oder die Vorhaut in die Blutbahn gelangen und so das HI-Virus von der Frau auf den Mann übertragen.
Wenn dabei kein Sperma in die Vagina gelangt, verringert sich das Ansteckungsrisiko. Doch um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Beide Sexualpartner können sich hierbei auch ohne Ejakulation mit HIV anstecken.
(Nach einem Risiko-Kontakt unbedingt urinieren und die Vagina mit Seife waschen, dass kann in Einzelfälen in allerletzter Sekunde eventuell eine Infektion noch verhindern.)

Oralverkehr:

Beim Lecken am Schwanz oder an der Scheide besteht kein nennenswertes Ansteckungsrisiko.
Das Risiko beim Oralverkehr an der Scheide (Cunnilingus) erhöht sich, wenn Menstruationsblut mit der Scheidenflüssigkeit aufgenommen wird.
Im Mund sollte beim Blasen (Fellatio) keinesfalls abgespritzt werden. Der Lusttropfen des Mannes gilt als nicht infektiös, weil zu wenige HI Viren darin vorhanden sind.
(Nach einem Risiko-Kontakt den Mund mit Zahnpasta oder Alkohol ausspülen. Das kann in Einzelfälen in allerletzter Sekunde eventuell eine Infektion noch verhindern kann. Man darf aber nicht mit der Zahnbürste putzen, da so kleine Blutungen und Verletzungen im Mund entstehen können.)
Auf Nummer sicher geht man mit Kondomen, Latextüchern oder Femidomen.
Sextoys:

Solange Dildos, Vibratoren und andere Sex-Spielzeuge nur von einem Partner benutzt werden, sind sie safe. Bei wechselnden Partnern müssen Kondome übergezogen und ausreichend wasserlösliche Gleitmittel verwendet werden. Die Spielzeuge müssen nach Gebrauch desinfiziert werden.
S/M: Gegenstände, die Wunden verursachen, dürfen nur bei jeweils einem Partner verwendet werden. Vor der Anwendung bei anderen sollten die Leder-, Gummi- oder Metallgegenstände desinfiziert werden. Wenn möglich, sollten über die Hilfsmittel Kondome gezogen werden.
Um sich beim Sexakt vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Qualitätskondome oder Vagina-Tücher verwendet werden. Niemals fett- oder ölhaltige Gleitmittel und Gummis gleichzeitig verwenden, denn dadurch wird das Gummi des Präservativs porös und reiÄŸt sehr viel leichter. Ein Kondom muss aber schon komplett reiÄŸen, um uns mit HIV zu gefährden.

WAS GILT ALS SICHER:

  • Umarmen, Händeschütteln, Küssen, Lecken, Massieren, Streicheln von unverletzter Haut
  • Kontakt von Sperma, Blut und Scheidensekret auf unverletzter Haut
  • Kontakt mit dem Vortropfen, Tränen, SchweiÄŸ und Speichel
  • Gemeinsames Benutzen von öffentlichen Toiletten, Hallenbädern und Saunen
  • Teilen von Geschirr, Besteck, Bettzeug und Wäsche mit HIV-positiven Menschen
  • Bisse und Kratzer von Haustieren oder Insektenstiche

Quellen: Robert Koch Institut,
Karl-H. Mörsdorf, Arzt für Allgemeinmedizin / NHV, Behörde für Wissenschaft und Gesundheit, AIDS Beratung im Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin, Bernhard-Nocht-StraÄŸe 74, 20359 Hamburg, Tel: 040 / 428 03 -13 41

Stand Dezember 2005

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